Er ist nicht mehr der jüngste, er ist sicher nicht der schnellste, er ist aber ein treuer Reisebegleiter – unser VW T4 2,4 D, California.

Gebaut 1992 und seit 2005 unser zuverlässiges Reisemobil auf unseren Reisen durch Deutschland, Niederlande, England, Irland, Frankreich, Belgien, Spanien, Marokko, Italien, Schweiz, Tschechien, Slowakei, Polen, Dänemark, Schweden und Norwegen. Immer gut bepackt mit unseren Fahrrädern und Paddelbooten. Natürlich fällt der Bus mittlerweile auf, weil in den Jahren die anderen Reisemobile stets größer geworden sind und mittlerweile auf dem Parkplatz einen langen, großen Schatten auf unseren Bus werfen. Doch der VW-Bus hat alles was wir brauchen, was er nicht hat – kann ja auch nicht kaputt gehen. Der 2,4 D Saugmotor hat den Ruf und Klang eines Schiffsmotor oder besser Traktor – dafür relativ unempfindlich gegenüber nicht ganz sauberem Diesel. Denn komplizierte und manchmal anfällige elektronische Bauteile oder Steuerungen fehlen an diesem Auto. Und genau aus diesen Gründen haben wir uns für unseren VW T4 als Weltreisemobil entschieden. Solide Kraftfahrzeugtechnik und wenig Elektronik – wir dürfen gespannt sein ob die Formel hält auf den Straßen und Wegen durch die Welt.

Hier ein paar Infos zur Werksausstattung:

  • Farbe: weis (Originallack)
  • GFK-Aufstelldach
  • Kombiküchenblock mit Spüle, Gaskocher und Kompressorkühlschrank
  • 2 Stück Gel-Zusatzbatterien
  • Frischwassertank ca. 50 l
  • Standheizung

In Vorbereitung auf unsere Weltreise haben wir an unserem Bus einige Spezialisierungen vorgenommen:

  • Seikel | Fahrwerkhöherlegung für VW T4
  • Hankook Dynapro ATM LT 215/75R15 | Reifen
  • Motorkühlung mit verändertem Gebläse verbessert
  • Dachgepäckträger
  • Solarpanel 100 W
  • zusätzliche 4 USB-Steckdosen | USB-Stecker gab es 1992 noch nicht
  • Wechselrichter von Fraron 300 Watt

Alle Umbauarbeiten, auch für das Fahrwerk, haben wir von der Meisterwerkstatt Rogängel in unserem Wohnort vornehmen lassen. Für alle die ebenfalls eine Fernreise mit dem Auto unternehmen wollen, hier eine gute Adresse 🙂

     

Hauptstr. 45a 04552 Borna OT Zedtlitz | Telefon 03433/2609474

Was wir noch an der Ausstattung vom Bus vorgenommen haben und überhaupt was alles verstaut werden musste folgt in Kürze.*

* Nun folgt endlich eine ausführlichere Beschreibung zur Ausstattung über die vielen wichtigen und weniger wichtigen Dinge.

Bei unserer Ausstattungsplanung haben wir uns immer versucht vorzustellen, was wir unbedingt auf der langen Reise benötigen und strapazierfähig. Was müssen wir mitnehmen oder was können wir gegebenenfalls unterwegs beschaffen.

Werkzeug

Unsere Werkzeugtasche ist schwer und braucht viel Stauraum.

Warum?

Unsere Erfahrung bisher hat gezeigt, es geht immer etwas kaputt. Das fängt bei Schuhsohlen an und geht über Antriebsmanschetten, Keilriemen, Kunststoffverkleidungen…

Die vorgestellte Auswahl der Werkzeuge und Ausstattung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Einige von Euch werden eine andere und bessere Auswahl treffen und auch bei uns hat sich im Verlaufe der Zeit gezeigt, das einige Dinge nicht gebraucht werden.

Also hier unsere Werkzeugtasche (Winni’s ausgediente Sporttasche 🙂 ) die auch noch den feinen Namen „4YOU“ trägt.

In der 4YOU-Tasche befinden sich:

1 Satz Maul- und Ringschlüssel (ALLE am Fahrzeug befindlichen Schrauben und Mutter vor der Reise genau prüfen – häufig fehlt genau dieser Schlüssel im Falle eines Falles). Für die wichtigsten Größen 10, 13 bis 17 auch einen zweiten Schüssel zum Gegenhalten einpacken.

Zangen – Zangen sind richtig wichtige Werkzeuge und müssen von sehr guter Qualität sein. Ich habe mich in unserer KFZ-Werkstatt beraten lassen – und die Zangen haben sich bewährt.

Schraubendreher – Schlitz- und Kreuz in den erforderlichen Größen

Hammer – Metall- und Gummihammer

Metallsäge – teilbare Metallbügelsäge mit Griff (verrostete Schraubenköpfe usw. verstecken sich immer an unmöglichen Stellen, deshalb macht sich eine teilbare Säge nicht nur beim verpacken super)

Zollstock und Schiebelehre – brauche man häufiger auf Fernreisen als man vorher denkt! Höhe des Fahrzeugs bei Durchfahrten / Container, Schiebelehre bei der Ersatzteilsuche auf Flohmärkten

kleiner Handspiegel – machmal muß man um die Ecke gucken (Handy tut’s manchmal besser)

kleine Metallfeile – für gekürzte Schrauben etc.

1 Satz Minischraubendreher – Schrauben an Elektronikelementen, Brillen, Ausstattungsteilen | für Handy’s gibt es abhängig von der Marke besondere Spezialschraubendreher

kleiner Pinsel – zum reinigen bei Reparaturen unverzichtbar

1 kräftige Schere – unsere ist eine aus einem ausgedienten Verbandskasten 😉

Kabelbinder – braucht man immer in allen möglichen Größen und Stärken

Schleifpapiere

Drahtbürste – alles wird schmutzig und rostet, da macht sich eine einfache Drahtbürste richtig gut

Steckschlüssel mit Verlängerung – das Teil zum Lösen der Radmuttern

Kabelschuhpreßzange – (ob die so heißt?) ist sicher für handwerklich begabtere nicht erforderlich, uns hat sie bei Reparaturen bereits gute Dienste geleistet

1 Satz Leuchtmittel für die Autobeleuchtung 

Lampen – sehr gut hat sich diese einfache LED-Handlampe bewährt. Sie leuchtet gut aus, verbraucht wenig Batterien und kann Dank eines Magneten bei Arbeiten unter dem Auto an Metallteilen fixiert werden. Weiterhin leisten uns 2 LED-Stirnlampen gute Dienste.

DER Werkzeugkasten – in diesem übersichtlichen Kasten sind alle wichtigen Bits, Nußgrößen, Ratschen,  Verlängerungen und Kreuzgelenke drin – schon oft gebraucht und immer froh den schweren Kasten dabei zu haben. Auch eine Empfehlung aus der KFZ-Meisterwerkstatt.

Was sonst noch?

Arbeitshandschuhe – sollten grifffest und solide sein (Putzlappen sind absolut wichtig, ansonsten müssen die T-Shirt daran glauben…)

Wagenheber und anderes

Wagenheber – hydraulischer Wagenheber bis 5 t (Gesamtgewicht prüfen und an eine ordentliche Unterlage z.B. Holzklotz denken). Hier habe ich eine billige Ausführung gewählt und mich schon richtig geärgert – Ventil leckt und muß immer wieder nachgepumpt werden – NICHT GUT!

Reparaturset Reifen – zum flicken von Reifen (bisher noch unbenutzt – zum Glück)

Abschleppgurt – auf das Gesamtgewicht des Fahrzeugs einschließlich Zuladung ausgelegt (bisher noch unbenutzt – zum Glück)

Kompressor – solides Teil, oft gebraucht und sehr zuverlässig. Geht nicht gleich bei Belastung in den Ruhemodus, es können mehrere Reifen hintereinander aufgepumpt werden. Wir haben gerade auf den unwegsamen und schlechten Pisten sehr oft die Luft von den Reifen abgelassen und wieder aufgepumpt. Eine Erfahrung, in einigen Ländern (Iran, Mongolei, Laos) gibt es einfach keine Kompressoren an Tankstellen und die nächste Reifenwerkstatt ist nicht in Sicht!

Sammelboxen

Sammelbox I – hier sind alle gängigen Kleinteile, Schrauben und Muttern, Unterlegscheiben, Blindnieten, Bolzen, Kabelschuhe, Schrumpfschläuche für die Kabel, Holzschrauben für die Einbaumöbel verwahrt – und sie werden immer weniger.

Sammelbox II – hier sind Metallbohrer und Spezialbit’s sowie Nieten für die Textilvorhänge aufbewahrt – und auch hier wird immer mehr Platz.

Sammelbox III – das ist die größte und schwerste Kiste. Die grauen Staukisten sind aus dem Baumarkt und haben sich als Werkzeugkisten und Kleiderkisten in verschiedenen Größen auf der Reise sehr bewährt. In der Sammelbox III sind verstaut:

1 Akku – Schraub- und Bohrmaschine – Nicht oft im Einsatz, aber ich war schon mehrfach froh die Maschine dabei zu haben. Geht sicher alles mit der Hand und ist nicht unbedingt erforderlich. Kleiner Luxus 😉

Klebstoffe – unsere Erfahrung, es gibt so viele verschiedene Werkstoffe: Schuhsohlen aus Gummi, Verkleidungen aus Kunststoff, Bodenbeläge im Auto, Sonnenschutz aus Plastik und vieles mehr was durch Wind und Wetter bricht oder sich ablöst. Und es gibt keinen Universalkleber, der alle Materialien verklebt. Besser immer einen Spezialklebstoff verwenden – hält einfach besser. Deshalb haben wir eine größere Auswahl von Klebstoffen- und Bändern dabei. Braucht man einfach.

Autoersatzteile – ganz wichtiges Thema. Wir haben dabei, bzw. gehabt, weil schon verbraucht.

2 Stk. Oelfilter, 2 Stk. Dieselfilter, Manschetten für Antriebe oder Achsen (gehen bei schwierigem Gelände sehr häufig kaputt), jeweils 2 Stk. Keilriemen für Generator und Servolenkung (Verbrauchsmaterial 😉 auch schon mehrfach ersetzt), fahrzeugspezifische Schmiermittel, Schmiermittel für Scharniere etc., Rostlöser, Silikonspray, 2 Stk. Additive für Dieselkraftstoff (Hochgebirge oder kalte Jahreszeit), diverse Kabel für Reparaturen, Handpumpe für Flüssigkeiten (war schon im Einsatz bei der falschen Betankung im Iran), selbstschweißendes Gummiband

Kocher und Wasserfilter

Neben unserem eingebauten Gaskocher im Bus haben wir noch einen mobilen Mehrstoffkocher von OPTIMUS mit dabei. Dieser Kocher kann mit Gas, Benzin, Diesel und Kerosin betrieben werden und hat uns bereits 2-mal prima mit heißem Wasser versorgt – als die Gasflasche im Bus leer war.

Als Sicherheitsmodul und noch nicht im Einsatz gewesen ist der Wasserfilter von KATADYN. Mit diesem Filter kann man in ca. 1 min ein Liter Trinkwasser aus verschmutzten oder verunreinigten Gewässern filtern.

Noch dabei und in der Dachbox verstaut ist eine Schaufel für Sand-, Schnee- oder Matschfahrten – und für den Spatengang. Weiterhin sind in der Dachbox verschiedene starke und dünne Seile zum Abspanen von Regenplanen oder als Abschleppsicherung (hoffentlich nicht!).

Was noch alles in der Dachbox und im Bus verstaut ist wird sich beim nächsten Aufräumen zeigen. Also eine Fortsetzung folgt.