Bevor wir nach Marrakesch weiterfahren, schauen wir uns noch das kleine Hafenstädtchen Safi an. Safi ist eine bekannte Hafen- und Töpferstadt. Hier gibt es viele Töpferkooperationen. Ein Guide führt uns zum Töpferberg und erklärt uns die spezielle Herrstellung der Keramik vom rohen Ton bis zum fertigen Produkt.

Bei einem Töpfer werden wir zum marokkanischen Whisky (starker, süßer Grüntee 🙂 ) eingeladen. Er nennt sich Bob und wie man sehen kann, ist er ein Bob Marley Fan.

Am Abend finden wir kurz vor Marrakesch einen schönen Platz in den Bergen. Ein Bauer grüßt uns freundlich und heißt uns mit Mimik und Gestik willkommen und lädt uns gleich mal zum Eselreiten ein.

Doch spät am Abend müssen wir doch noch unseren schönen Platz verlassen. Ein Dorfpolizist kommt vorbei, er gibt uns zu verstehen, dass das Freie Stehen zu gefährlich ist. Wir fahren einfach um den Berg herum auf die andere Seite und haben nun eine ruhige Nacht. So eine Situation hatten wir öfters in Marokko. Vor drei Monaten wurden zwei Touristinnen hier ermordet, seit dem ist die Polizei sehr um die Sicherheit der Touristen bemüht. Es gibt auch sehr viele Polizeikontrollen, dass ist oft etwas nervig.

Marrakesch

Marrakesch ist ebenfalls eine Königsstadt und wurde vor ca. 1.000 Jahren gegründet. Unser erster Weg führt uns in die Medina mit den bekannten Souks. Hier werden landestypische Handwerksprodukte angeboten, z.Bsp.  Lederwaren, Lampen, Teppiche, Stoffe und verschiedene Holzprodukte. Das Leben in der Medina ist laut, bunt und quirlig… an jeder Ecke duftet es anders und es gibt viel zu entdecken.

Am Abend gehen wir auf den berühmten Djemaa el Fna Platz. Auf dem mittelalterlichen Markt- und Henkersplatz ist schon allerhand los, Schlangenbeschwörer, Wahrsagerinnen, Musiker, Geschichtenerzähler, Artisten und zahlreiche Kochküchen beleben den Platz.

Am nächsten Tag schauen wir uns den Jardin Majorelle an. Ein beliebter Kunst-Garten mit vielen schönen Pflanzen und wir erholen und vom quirligen Stadtleben. Der Garten wurde vor 40 Jahren vom französischen Modedesigner Yves Laurent aufgekauft und zu einem kleinen Schmuckstück wiederhergestellt.

Es ist Anfang März und wir genießen hier in Marrakesch für uns hochsommerliche Temperaturen.

Hoher Atlas

Deshalb zieht es uns mal wieder in die Berge. Wir fahren in den Hohen Atlas in das kleine Berberdorf Imlil. Von hier aus kann man zum höchsten Berg des Atlasgebirges, den Jbel Toubkal (4.167m) wandern.

Bei herrlichem Sonnenschein wandern wir einige Kilometer auf den Wanderweg und genießen die klare Bergluft und die gute Sicht.

Ouzoud- Wasserfall

Unsere Weiterreise führt uns in den Mittleren Atlas zum Ouzoud Wasserfall. Das Wasser fällt ca. 100m in die Tiefe, in eine Talschlucht. Wir wandern durch das sattgrüne Tal und treffen auf eine lustige Altherrenrunde, mit denen wir noch ein wenig plaudern.

Autopanne

Bei der Weiterfahrt über den Mittleren Atlas hören wir plötzlich polternde Geräusche aus dem Motorraum. Wir schauen nach, doch können wir auf den ersten Blick nichts feststellen. Zum Glück sind wir gerade in der Nähe einer Kleinstadt und finden dort eine Autogarage. Das ist in Afrika eine typische kleine Autowerkstatt, bei der die Autos vor der Garage repariert werden. Diese findet man in allen kleineren Ortschaften. Trotzdem die Monteure an mehreren Autos arbeiten, nehmen sie sich sofort Zeit für uns und schauen bzw. hören sich das Problem an. Schnell finden sie die Ursache, die Lager der Lichtmaschine sind ausgeschlagen.

Sie bauen die Lichtmaschine aus und bringen sie mit dem Fahrrad zu einem Mechaniker, der sie reparieren kann. Nach zwei Stunden ist alles wieder in Ordnung.

Während der Zeit des Wartens, kommen viel Schüler aus der gegenüberliegenden Schule zu uns und stellen neugierig Fragen nach dem Woher und Wohin. Später singen sie gemeinsam und machen einen Volkstanz.

Ali, Chef der Werkstatt, verabschiedet uns mit den Worten: „Es war mir eine große Ehre, ihre Bekanntschaft machen zu dürfen und ihnen helfen zu können.“ Wir sind sehr berührt und überdenken mal wieder den oftmals kühlen zwischenmenschlichen Umgang in Deutschland.

Ifrane Nationalpark

Im Mittleren Atlas leben die Berberaffen noch in freier Natur. Im wunderschönen Stein -und Korkeichenwald beobachten wir eine große Affenhorde. Es ist toll zu sehen, wie die Affen hier völlig frei von Baumkrone zu Baumkrone springen. Im Nahe liegenden Zedernwald, mit teilweise sehr alten und majestätischen Zedern, wandern wir und beobachten viele Tiere.

Meknés und Rabat

Wir besuchen auch die letzten zwei der vier Königsstätte in Marokko, wir bummeln durch die Medina ( in Meknes gehört sie zum UNESCO –Weltkulturerbe), beobachten die Handwerker bei ihrer Arbeit und sind begeistert vom fleißigen Treiben und Handeln der Marokkaner.

In Rabat, der Hauptstatt Marokkos, ist die Residenz des Königs. Hier stoßen ALT und NEU, ARM und REICH aufeinander.

Besonders schön ist es in der Kasbah des Oudayas. Die blauweißen engen Gassen sind wunderschön und laden zum Bummeln ein.

Auf der Fahrt in den Norden, wo wir von Tanger aus mit der Fähre nach Europa übersetzen wollen, erleben und sehen wir noch einmal das pulsierende Leben und die bunten Märkte in Marokko.

Wir finden noch einen letzten schönen Platz an der Steilküste mit Blick auf das Meer und Europa und genießen den Abend bei Feuer und Wein und mit einer Menge Wildschweinen 🙂

Marokko ist ein landschaftlich wunderschönes Land mit sehr herzlichen und freundlichen Menschen. Auf unserer Weltreise war es noch mal ein quirliges und buntes Abenteuerland. Nun geht es für uns weiter nach Portugal, unserem dann mittlerweile 28. Reiseland.