Bevor es zur nächsten großen Fährüberfahrt geht, meldet sich mal wieder unser treuer Bus… wie immer, nach 8.000 km reißt plötzlich der Keilriemen, der nunmehr inzwischen FÜNFTE. Da es für Christian schon Routine ist, den Riemen zu wechseln, ist die Arbeit nach 30 min erledigt und es geht weiter zur Fähre.

Die Fährüberfahrt nach Spanien ist diesmal am Tag und sehr, sehr langweilig. Es ist eine große Autofähre mit mehreren Decks und einem Swimmingpool (im Winter außer Betrieb) auf dem Oberdeck, aber wegen der Nichtsaison sind nur wenige Passagiere an Bord. Mit den Fährtickets hatten wir wieder einmal richtig Glück, es gab 30% Ermäßigung und wir zahlen nur 130 Euro für 14 Stunden Fährüberfahrt.

Gegen Mitternacht, mit drei Stunden Verspätung kommen wir in Barcelona an und übernachten am Katalonischen Museum auf dem Berg Montjuic.

Am nächsten Morgen genießen wir eine herrliche Aussicht über Barcelona und freuen uns auf die Stadtbesichtigung.

Barcelona

Barcelona ist die Hauptstadt Kataloniens und nach Madrid die zweitgrößte Stadt Spaniens. Mit 1,6 Millionen Einwohnern ist sie, nach Paris, die zweitdichteste besiedelte Stadt Europas. Das merken wir bei der Parkplatzsuche, einen freien Platz zu finden, ist wie ein Lottogewinn. Wir haben Glück und wenn man dann noch so einen edlen Platznachbarn hat, fühlt sich auch der Bus pudelwohl 🙂

Unser erstes Ziel ist die weltberühmte Kathedrale Sagrada Familia. Sie wurde von Antonie Gaudi entworfen. Mit dem Bau wurde bereits 1882 begonnen und sie soll nun 2026 zum 100. Geburtstag von Gaudi fertig gestellt werden.

Wir sind überwältigt von der Größe und Einzigartigkeit dieses Bauwerkes. An dem Jugendstilbau sind unzählige dekorative Elemente, die das Gebäude aus jedem Blickwinkel lebendig erscheinen lassen.

Unser zweites Ziel in Barcelona ist der Park Güell, auch dieser Park wurde von Gaudi erschaffen. Er ist terrassenförmig angelegt und es gibt mehrere Jugendstilhäuser unter anderem auch das Wohnhaus von Gaudi zu besichtigen. Der Haupteingang macht auf uns ein wenig den Eindruck als ob ein Zuckerbäcker mitgewirkt hat.

Palmen, blühende Bäume und Pflanzen machen den Park fasst zu einen botanischen Garten, noch dazu leben hier viele grüne Papageinen, die sich an den Palmenfrüchten satt fressen.

Vom Park aus hat man auch einen tollen Blick auf die Stadt und den Hafen.

Am nächsten Tag besichtigen wir die Innenstadt, schmale Gassen und hohe, sehr schön restaurierte alte Häuser prägen das Stadtbild. Es macht viel Spaß auf der breiten Flanierstraße La Rambla durch die Stadt zu bummeln. Lange verweilen wir im Frischmarkt La Boqueria und können uns an den angebotenen Köstlichkeiten kaum satt sehen. Vor allem der Schinken wird reichlich angeboten aber auch Meeresfrüchte und Schokolade.

In den Nebenstraßen gibt es viele kleine Läden, die Kunst- und Designerwaren von kleinen Manufakturen präsentieren.

Die Stadt wird nicht nur von japanischen und chinesischen Touristen 🙂 belebt, auch viele junge Menschen aus aller Welt studieren und leben hier und prägen somit das Stadtbild. An der MAC-Galerie trifft sich die Skateboardszene und es macht Spaß den Skatern zuzuschauen.

Nach anstrengenden Stadttagen geht es ab nach Andalusien, in die Natur und zur Mandelblüte.

Andalusien

Andalusien liegt ganz im Süden Spaniens. Bevor wir das Innenland entdecken geht es erstmal an die Küste zum Wandern und Entspannen. Es sind angenehme 20 Grad, alles blüht und es ist so grün, wie bei uns im Frühling, richtiges Wohlfühlwetter.

Doch für die Spanier ist Winter, sie tragen dicke dunkle Winterjacken und Stiefel und wir werden mit unseren kurzen Hosen und Sandalen oft angeschaut wie Außerirdische.

Sierra Nevada

Auf den Weg ins Hinterland fahren wir über die Sierra Nevada, mit 3.400 m Spaniens höchstes Gebirge. Wir fahren auf einer gut ausgebauten Straße bis auf 2.500 m Höhe, hier liegt reichlich Schnee und einige Spanier und auch Portugiesen betreiben hier oben bei herrlichem Sonnenschein Wintersport.



Wir fahren wieder etwas hinab und gehen lieber wandern, entdecken blühende Iriswiesen, eine schöne Bergwelt und Steineichenwälder.

Granada

Auf dem Weg nach Granada besichtigen wir die Höhlenstadt Guadix. In der Altstadt stehen ca. 2.000 Wohnhöhlen, die von weiten durch weiße Fassaden und Schornsteine zu erkennen sind. Nach wie vor leben hier noch ca. 4.000 Menschen. Im heißen Sommer herrscht in den Wohnhöhlen ein angenehmes Klima, ähnliche Wohnanlagen haben wir auch in der Türkei und im Outback von Australien gesehen.

Unser erstes Ziel in Granada ist die Stadtburg Alhambra, einer der bedeutendsten Bauten der islamisch-arabischen Zeit. Wir besichtigen Paläste mit reichlichen Stuckverzierungen, schöne Gartenanlagen und ein Kloster. Seit 1984 gehört das Ensemble zum UNESCO Weltkulturerbe.

Von der Anlage aus hat man einen schönen Blick auf die Altstadt von Granada Albaicin, die ebenfalls den Weltkulturerbetitel trägt.

Wir schlendern durch die Altstadt mit den engen Gassen, alles erinnert uns sehr an Marokko.


Mandelblüte

Über das bergische Innenland geht es weiter zu den weißen Dörfern von Andalusien. Überall blühen die Mandelbäumchen mit weißen und rosa Blüten. Ein wunderschöner Anblick.

An den Berghängen mitten in Andalusien sieht man weiße Farbtupfer, es sind die sogenannten „weißen Dörfer“ von Andalusien. Alle Häuser „kleben“ förmlich an Berghängen, die Häuser sind weiß getüncht und mit vielen Topfpflanzen geschmückt, eine Augenweide.

In Andalusien gehen wir viel wandern, warmes Frühlingswetter und die schöne Bergwelt bieten sich da regelrecht an.

Cordoba

In Andalusien gibt es unwahrscheinlich viel zu sehen… Wir fahren nach Cordoba, der drittgrößten Stadt Andalusiens. Die Stadt wurde in der römischen Antike gegründet aber insbesondere die Bauten aus der maurischen Herrschaft prägen heute den alten Stadtkern. Die Kathedrale, die in eine ehemalige Moschee gebaut wurde und auch der Stadtkern gehören zum UNESCO Weltkulturerbe. Die ursprüngliche Moschee gehörte ehemals zu den größten ihrer Art auf der Welt. Besonders beeindruckt waren wir vom Innenraum der Kathedrale, der von mehr als 800 Säulen getragen wird.

Sevilla

Von Cordoba nach Sevilla ist es nur ein „Katzensprung“. Sevilla ist die Hauptstadt von Andalusien und die viertgrößte Stadt Spaniens. Unser Ziel ist die Altstadt von Sevilla, neben Venedig und Genua die größte Altstadt Europas.

Wir schlendern durch die engen Gassen der Altstadt und machen Pause im schönen Park um den Palast Alcazar, bevor wir die Kathedrale von Sevilla besichtigen. Sie ist die größte gotische Kirche Spaniens und eine der größten Kirchen der Welt. Auch sie gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Neben den vielen außergewöhnlichen Kunstwerken in der Kirche, ist der Sarkophag von Christoph Kolumbus ein besonderer Anziehungspunkt.

Gibraltar

Zurück an der Küste machen wir einen Tagesausflug auf das britische Überseegebiet Gibraltar. Wir brauchen zwar kein Visa, dafür aber mitten in Europa unsere Pässe, um nach Gibraltar einzureisen. Gibraltar ist eine Halbinsel. Von hier aus kann man Afrika sehen und die Meeresenge zwischen Afrika und Europa ist auch die Grenze zwischen Mittelmeer und Atlantik.

Unser Ziel auf Gibraltar ist der Upper Rock, eine Felsenspitze, die vom Meer aus 426 m in die Höhe steigt. Es ist der einzige Ort in Europa, wo die Berberaffen noch in freier Natur leben können. Bei sonnigem Wetter wandern wir auf den Berg und es dauert auch nicht lange, bis wir die ersten Affen sehen. Sie klettern in den Bäumen oder sitzen auf den Mauern der ehemaligen Befestigungsanlage.

Neben den frechen Affen beeindruckt Mutter Natur mit duftenden Freesien und Blausternchen.

Der Blick von Gibraltar nach Afrika weckt in uns die Abenteuerlust… Wir brechen auf nach Afrika, zu neuen Abenteuern. Unser Ziel ist die Sahara an der Grenze zu Algerien und der Hohe Atlas.

Zum Schluss noch der kleine Rückblick Spanien – Andalusien.

Rückblick Februar 2019