Mitte Januar reisen wir mit der Fähre von Sizilien nach Sardinien, unsere nunmehr dritte Insel im Mittelmeer. Wir sind schon sehr gespannt, denn wir haben viel über die Insel mit der schönen Natur gelesen.

Sardinien ist nach Sizilien die zweitgrößte Insel im Mittelmeer.

Mit der Fähre brauchen wir 13 Stunden, um von Sizilien nach Sardinien zu kommen. Jetzt im Winter sind die Fähren wenig ausgelastet und wir bekommen die Fährtickets zu günstigen Preisen. Auch diese Überfahrt ist über Nacht, doch finden wir nur wenig Schlaf, denn die Italiener lieben es, ständig sehr laut zu telefonieren und zu palavern. Noch dazu kam, dass bis in die Morgenstunden der Fernseher unüberhörbar in der Endlosschleife eine „Seifenoper“ nach der anderen abspielte.

Sardinien ist ebenfalls eine autonome Region, die Sarden haben eine eigene Sprache. Ihre Hauptstadt ist Cagliari.

CAGLIARI

Mit der Fähre kommen wir in Cagliari in den frühen Morgenstunden an und bei schönem Sonnenschein besuchen wir die Stadt.

Die Altstadt befindet sich auf einer Hügelspitze und ist mit einer sehr hohen Stadtmauer umgeben. Zur Befestigungsanlage aus dem 14. Jhd. gehören zwei sehr schön restaurierte Wehrtürme mit imposanten Falltoren.

Die ca. 800 Jahre alte Kathedrale Santa Maria ist das prägende Gebäude in der Altstadt. In dem Dom fand gerade ein Gottesdienst statt und während wir den Gesängen lauschten, bestaunten wir den kunstvoll ausgestatteten Dom.

Danach bummelten wir durch die menschenleeren, sehr engen Gassen der Altstadt.

Dagegen ist der kilometerlange feine Sandstrand von Cagliari bei dem herrlichen Sonntagswetter sehr gut besucht.

CHIA – Der Süden Sardiniens

Wir fahren durch eine wunderschöne, sehr fruchtbare Landschaft in den Süden. Auch hier werden zur Zeit Orangen und Mandarinen geerntet. Außerdem sehen wir weite Anbaugebiete von Fenchel und Artischocken, die erntefrisch am Straßenrand angeboten werden.

An der südlichsten Spitze Sardiniens wandern wir entlang wunderschöner Buchten und Sandstrände und entdecken dabei die ersten Krokuswiesen an der Steilküste.

NURAGHE BARUMINI

Durch das abwechslungsreiche Innenland fahren wir zur größten Nuraghe von Sardinien, Su Nuraxi bei Barumini. Dieser Komplex gehört zum Weltkulturerbe. In Sardinien gibt es unzählige Nuraghen aus der Zeit 2200 bis 400 v. Chr., dessen Zweck und Nutzung umstritten ist. Vielleicht waren es Kultstätten oder Wohnanlagen. Auf unserer Reise sehen wir unzählige dieser Steinkomplexe, manche gut erhalten, einige gut bewachsen.

Leider konnten wir die am besterhaltenste Nuraghe nicht von innen besichtigen, denn sie war nach einem heftigen Regenguss wegen „slipping“ 🙂 geschlossen. Nun fragten wir uns natürlich, was haben denn da unsere Vorfahren vor 4.000 Jahren gemacht( bei Regen nicht bewegen 🙂 ?

NATIONALPARK GOLF VON OROSEI

Durch den großen Nationalpark im Osten Sardiniens führen sehr schmale Panoramastraßen, in teilweise schwindelerregender Höhe, durch eine fantastische Gebirgslandschaft.

Wir haben großes Glück mit dem Wetter, dass hier im Winter sehr nass und kalt sein kann. Wir wandern völlig allein durch eine bezaubernde Landschaft mit großen alten Steineichen und schroffen Karstgestein bei warmen Sonnenschein.

Dabei treffen wir nicht nur schöne Rinder und Ziegen, die flink und geschickt auf dem Gestein klettern sondern auch jede Menge Wildschweine, die sich den Bauch mit Eicheln füllen. Die Rotkehlchen schauen neugierig, wer im Winter durch den Wald wandert.

Unsere Wanderung führt uns zu einer einzigartigen Steilküste, die in Italien zu den schönsten Naturmonumenten zählt.

Wir reisen weiter in den Norden und auf ca. 1.000 m Höhe fahren wir durch eine weiße Schneelandschaft.

ORGOSOLO

An den Ausläufern des Nationalparks liegt das kleine Bergstädtchen Orgosolo. Das Besondere in Orgosolo sind die Wandgemälde, sogenannte Murales.

Die seit 1968 an den Häusern entstandenen Wandmalereien beinhalten Motive aus der sardinischen Geschichte und der Weltpolitik.

Wir sind beeindruckt von der teilweise tollen Aussagekraft der Wandmalerein.

Helmut Schmidt und die RAF

Wir fahren durch ein frisches, saftig-grünes Innenland, entdecken die ersten blühenden Mandelbäumchen, bestaunen Kork- und Steineichen und sehen viele große Schafherden, die bereits kleine Lämmer haben.

KÜSTEN

Sehr erstaunt waren wir über die Vielfalt der Küstenlandschaft. Kilometerlange Sandstrände, raue Steilküsten, kleine Buchten mit rotem Granitstein dazwischen türkisblaue Lagunen und weißer Kalkstein, einfach fantastisch schön!!!

An den Küsten blühen Lavendel und Rosmarin, Lilien und Ringelblumen. Auch hier entdecken wir wieder die Erdbeerbäume, die reichlich Früchte tragen.  

Viele Küsten sind nur über sehr gut ausgebaute Wanderwege zu erreichen. Jetzt im Winter sind die Küsten oft menschenleer und wir finden wieder viele schöne Übernachtungsplätze.

Mittlerweile ist unsere Outdoorküche sehr abwechslungsreich geworden… Wir grillen gern Fisch, Huhn, Auberginen… überhaupt Gemüse jeglicher Art, dazu gibt es feine italienische Oliven und köstlichen Käse.

Anglerlatein

Von den drei Inseln im Mittelmeer hat es uns persönlich auf Sardinien am Besten gefallen. Warum?

Gleich am ersten Tag ist uns hier aufgefallen, wie sauber die Insel ist. Wir haben kaum Müll gesehen, die Strände und Küsten waren sehr sauber auch in den Städten wurde sehr auf Sauberkeit geachtet.

Die Küsten waren nicht zugebaut, große Hotelanlagen sieht man kaum. Es gibt wunderschöne NP und ein gut angelegtes Wandernetz, um das sich viele Ranger kümmern.

Wir überlegen nun, welche Insel es noch für und zu entdecken gibt…. na mal sehen…

Nun kommt der Februar, hier auf Sardinien ist es sehr stürmisch, Wind und Regen toben sich ordentlich. Die Tagestemperaturen klettern kaum noch über 10 Grad und die Sonne zeigt sich nur noch selten. Deshalb fahren wir mit der Fähre nach Spanien, um Mitte Februar die Mandelblüte in Andalusien zu sehen und uns wieder etwas Aufzuwärmen.

Der schnelle Rückblick Sardinien