Von Igoumenitsa (Griechenland) setzen wir mit der wenig ausgelasteten Fähre nach Bari (Italien) über.

Von Bari aus fahren wir zur Stiefelspitze Italiens. Unterwegs machen wir einen kleinen Abstecher nach Alberobello, eine kleine Stadt in der Region Apulien. Die ganze Region, insbesondere die Stadt Alberobello, ist berühmt und bekannt für ihre Trullis. Trullis sind Kegelbauten, die nach dem Vorbild von Hirtenhütten ab dem 17. Jahrhundert aus Stein errichtet wurden. Es sind zumeist runde, weiß gestrichene Bauten mit charakteristischen Kegeldächern aus Kalksteinplatten, die auf einander geschichtet sind. Der Ort gehört zum Weltkulturerbe. Die Trullis sind immer noch zum größten Teil bewohnt. Bei strahlendem Sonnenschein laufen wir durch die engen Gassen und fühlten uns irgendwie wie im Land der Trolle.


TRULLI WOHNHAUS

SIZILIEN

Wir halten uns nicht lange auf dem italienischen Festland auf und setzen am nächsten Tag von Villa San Giovanni nach Messina auf Sizilien über.

Sizilien ist eine autonome Region der italienischen Republik und die größte Insel im Mittelmeer. Sizilien verbindet man wohl immer in erster Linie mit der Mafia, dabei hat die Insel viel mehr zu bieten. Bereits in der Antike siedelten hier die Griechen und Römer und im Mittelalter prägten Araber, Byzantiner und Normannen die Insel. Alle diese Völker hinterließen auf Sizilien wertvolle und einmalige Kulturstätten, auf die wir sehr gespannt sind.

Zunächst sind wir wieder einmal sehr überrascht von der wunderbaren Fauna auf dieser Mittelmeerinsel. Auf dem Weg zur Basaltschlucht Gola di Alcantara entdecken wir eine blühende Insel. Montbretien, Lilien, Oleander, Hibiskus und die in vielen verschiedenen Farben blühende Bougaienvillea (Papierblume) und wunderschöne bis 3m hohe rot leuchtende Weihnachtssterne.

Aber auch Orangen-, Zitrus-, Oliven-, und Mandelbäumchen sind teilweise in großen Plantagen auf der Insel heimisch. Besonders schön blüht zur Zeit der gelbe Klee und bedeckt als großer Teppich die Olivenhaine.

Gola di Alcantara

Die Gola di Alcantara ist eine Schlucht am Fluss Alcantara, sie ist bis zu 20 m tief und hat sich über tausende von Jahren durch das Lavagestein, des in der Nähe befindlichen Vulkan Äthna gefressen. Die Wände bestehen aus basaltischer Lava mit fünf – und sechseckigen Säulen.

Noch am gleichen Abend fahren wir in die Nähe des Ätna und suchen uns in bergiger Höhe einen Schlafplatz, um am nächsten Morgen schöne Fotos vom Vulkan zu machen.

Der Ätna ist am 24.12.2018 letztmalig ausgebrochen, so dass einige Zufahrtsstraßen immer noch gesperrt sind. Am nächsten Morgen fahren wir bei frostigen Temperaturen zum Fuß des Vulkans und sehen den schneebedeckten, rauchenden Vulkankegel. Selbst unterhalb des Vulkans ist das Land dicht besiedelt und es wird auf dem nährstoffreichen Boden viel Obst und Gemüse angebaut. Zur Zeit werden auf Sizilien die Orangen und Zitrusfrüchte geerntet.

Wir fahren entlang der Ostküste und besuchen das kleine Städtchen Taormina. Hier beeindruckt nicht nur das alte griechisch-römische Theater von dem schon Goethe phasziniert war, sondern auch die wunderbar grünen und schmalen Gassen der schönen kleinen Stadt auf einem Hügel. Immer wieder fällt der Blick auf den Ätna.

Cantania

Nicht weit entfernt liegt die historische Hafenstadt Cantania auch am Fuße des Ätna’s. Auf dem Hauptplatz der Stadt, Piazza del Duomo, steht ein origineller Elefantenbrunnen und die große Kathedrale Catanias mit einer beeindruckenden Barockfassade.

Am unterhaltsamsten war der Fischmarkt La Pescheria. Hier wurde frischer Fisch lauthals für die vielen Kunden angepriesen und es herrschte fröhlich raue Markstimmung.

Am sich anschließenden Obst –und Gemüsemarkt wurde frisches Obst und Gemüse aus der Region angeboten und wir decken uns mit reichlich Obst und Gemüse ein. Trotz der relativ dichten Besiedlung besonders an der Küste finden wir immer wieder einsame schöne Stellplätze zur Übernachtung. Es gibt lange Sandstrände und felsige Steilküsten, besonders schön sind natürlich die Sonnenunter und -aufgänge. Manchmal haben wir bis zum Sonnenuntergang neugierige Besucher, insbesonders Herren suchen immer irgend etwas an entlegenen Plätzen…

Syrakus

Schon im 8. Jahrhundert vor Christus siedelten die ersten Griechen an der Südostküste Siziliens. Über Jahrhunderte entwickelte sich die Stadt Syrakus zur größten und mächtigsten Stadt des antiken Siziliens und war gleichzeitig das kulturelle Zentrum. Der große archäologische Park und der Stadtkern der Stadt Syrakus gehören zum Weltkulturerbe. In der Stadt gibt es eine Unzahl von Palästen und Handelhäusern im venezianischen Barock. Viele reichlich verzierte Fassaden und die alten Straßen bestehen aus weißem Marmor.

Weiter geht unsere Reise nach Val di Noto. In diesem Tal findet man gleich 8 barocke Städte die alle zum Weltkulturerbe gehören. Wir sehen uns einige dieser Städte an und sind fasziniert von der unbeschreiblichen Pracht der spätbarocken Städte. Die Gebäude sind mit aufwendigen weißen Marmor –oder Tuffsteinfassaden versehen und im Inneren der vielen großen Barockkirchen strahlt dem Besucher viel Gold entgegen. Wir sind sehr beeindruckt von den Bauwerken und den handwerklichen Fertigkeiten der Baumeister in diesem einzigartigen Ausmaß.

Tal der Tempel

An der Südküste, unterhalb der Stadt Agrigent, befindet sich das Tal der Tempel. Es gehört zu den eindruckvollsten archäologischen Fundstätten auf Sizilien. Die noch sehr gut erhaltenen griechischen Tempel zeugen von der kulturellen Hochblüte der Insel. Alle Tempel wurden im 5. Jahrhundert vor Christus auf einem Höhenzug errichtet. Der Concordiatempel gehört zu dem am besten erhaltene Tempel der griechischen Antike weltweit. Wir haben Glück und können bei strahlender Sonne und blauem Himmel diese Anlage besuchen. Nur wenige Reisegruppen sind im Winter in der Anlage unterwegs und wir können in Ruhe die Tempelanlagen betrachten.

San Vito Capo

Begeistert von den vielen großartigen gut erhaltenen und gepflegten kulturellen Städten brauchen wir mal wieder eine Pause in der Natur. Die finden wir in der Nähe von San Vito Lo Capo ganz im Südwesten Siziliens. Eine tolle unverbaute Küste mit steil aufragenden Felsen, die im türkisfarbenen Meer endet. Hier verbringen wir bei kaltem aber sonnigen Wetter zwei Tage. Wir treffen Helge und Gudrun aus Hamburg, die bereits seit 17 Jahren Sizilien bereisen und uns viele Tipps für unsere Weiterreise geben. Helge und Gudrun sind fast 80 Jahre alt und reisen begeistert mit Segelboot, Wohnmobil oder per Fahrrad durch die Welt. (getroffen haben wir uns als sie mit dem Fahrrad unterwegs waren 🙂 )

GUDRUN UND HELGE AUS HAMBURG

Frisch ausgeruht geht es weiter nach Palermo, der Hauptstadt Siziliens.

Palermo

Palermo hat als Hauptstadt der Mafia einen besonderen Ruf – umso mehr sind wir von der sauberen und gepflegten City dieser Kulturstadt überrascht. Personlich finden wir den zentralen Platz der Altstadt, den Quattrocanti am Schönsten. Er ist von vier einzigartigen Barockpalästen, dessen Fassaden mit reich verzierten Brunnen und Statuen die die vier Jahreszeiten widerspiegeln, umbaut.

Ein weiter Höhepunkt ist der Dom von Palermo, die Kathedrale Maria Santissima Assunta. In der Kathedrale der deutschen Könige Heinrich des VI. und Friedrich des II.

Monreale

Oberhalb der Stadt Palermo befindet sich die kleine Bergstadt Monreale mit der ebenfalls zum Weltkulturerbe gehörenden Kathedrale von Monreale aus dem 12. Jahrhundert. Der Bau dieser Kirche wurde von König Friedrich dem II. in Auftrag gegeben und ist durch die einzigartige Verbindung von romanischer, arabischer und byzantinischer Baukunst geprägt. Besonders beeindruckend sind die byzantinischen Goldgrund-Mosaiken an den Innenwänden auf einer Fläche von 6.000 qm sowie das reich verzierte Holzbalkendach. Wieder einmal sind die Füße müde und nach so viel Pracht zieht es uns es uns wieder in die Natur.

In zwei Tagen fahren wir mit der Fähre auf die Insel Sardinien. Die Insel ist bekannt für schöne Küsten und einem gut ausgebauten Wandernetz. Wir sind wieder gespannt was uns auf Sardinen erwartet.

Hier die vergangenen 2 Monate als Schnellrückblick 🙂