TRANSIT CHINA- MONGOLEI

Nach vielen Recherchen in allen Richtungen, wie wir mit dem Auto über die Grenze nach Thailand kommen und nach der Absage der thailändischen Vermittlungs-Agentur, müssen wir feststellen, dass ein Grenzüberschreiten mit dem Bus nicht möglich ist. Nach Berichten anderer Traveler, gibt es wohl ein Schlupfloch über Kambodscha, doch um dies auszuprobieren bräuchten wir einen ganzen Monat und falls wir wieder scheitern, könnten wir nicht mehr über Sibirien weiterreisen, da dort bereits im Oktober der Winter beginnt. Wir könnten problemlos mit dem Rucksack als Backpacker weiterreisen, doch wollen wir uns nicht von unserem Bus trennen. Also suchen wir gemeinsam nach neuen Reisezielen, denn schließlich haben wir noch ein halbes Jahr zum Reisen und Entdecken vor uns.

Wir werden nun auf der 6.500 km langen Route durch Russland Sibirien entdecken und erleben. Entlang der Transsibirischen Eisenbahn fahren wir immer in Richtung Moskau. Falls es die Wetterlage zulässt, versuchen wir noch vor dem Wintereinbruch über den Kaukasus zu fahren. Wir wollen an die Ägäis reisen, die Inseln Zypern und später Sizilien und Sardinien (quasi Inselhopping) sind nun unsere neuen Ziele. Mit diesen Zielen vor Augen starten wir nun glücklich ins neue Reiseabenteuer. Unsere neue weitere Route haben wir in dem Menü unter Reiseroute aktualisiert.

Mitte Oktober reisen wir ziemlich flott, diesmal auf der kürzesten Route durch China. Unser neuer Guide ist wieder ein junge Frau. Fionna hat englische Ökonomie und Handel studiert in Chengdu. Sie ist mit Sophia, unserer ersten Begleiterin befreundet und Sophia hat uns schon bestens empfohlen…

Fionna ist sehr interessiert an unserer Reise, mit ihren vielen Fragen im perfekten Englisch bessert sie unser Englischvokabular ordentlich auf. Sie ist auch sehr an der deutschen Geschichte und unseren jetzigen Lebensgewohnheiten in Deutschland interessiert.

Jeden Abend fahren wir nun wieder in „kleine“ Millionenstädte, wo Fionna in einem Hotel übernachtet und wir uns einen ruhigen Übernachtungsplatz im Park suchen.

 

Die Chinesen haben eine ganz besondere, sehr schöne Angewohnheit. Jeden Abend und Morgen treffen sie sich völlig zwanglos für ca. eine Stunde an Plätzen, am Fluss oder in Parkanlagen. Gemeinsam treiben sie Sport in sehr vielfältigen Varianten. Tanzen, Aerobic, Joga, spielen Federball, Trommeln, Schreien oder Joggen. Jede sportliche Betätigung wird immer mit chinesischer Musik untermalt.

   

Am Abend schauten wir noch lange den Tänzern vor einem Kaufhaus zu und wurden dabei auch oft zum Tanzen aufgefordert.

Hundert Meter weiter hatte sich eine sehr große Gruppe zur gemeinsamen Gymnastik getroffen.

Eine sehr schöne Begegnung hatten wir an einem Morgen. Wir standen allein auf einem schmalen Parkplatz am Fluss. Gegen 6 Uhr hörten wir schon die erste Musik. Als wir aus dem Fenster schauten, hatten sich um unseren Bus herum schon einige Turner platziert und begannen mit ihren Übungen. Wir hatten genau auf ihren Übungsplatz geparkt und bekamen nun eine gratis Sportvorführung.

Einige Mutige schwammen auch schon im Fluss, andere wuschen ihre Wäsche.

Weiter fahren wir vorbei an der Stadt Chongqing, sie zählt mit 32 Millionen Einwohnern zu den größten und am schnellsten wachsenden Städten der Welt. Durch den Bau des Drei-Schluchten-Staudammes, der hier den mächtigsten Fluss Asiens, den Jangtse anstaut, wuchs die Stadt von Jahr zu Jahr.

Beim Anblick der vielen Hochhäuser auf engsten Raum, fragen wir uns mal wieder, wie lange kann so ein rasanter Wachstum gut gehen? Woher kommen all die Lebensgrundlagen, um so viele Menschen auf engsten Raum zu versorgen. Wohin mit all dem Müll (China hat sehr, sehr viel Plastikmüll!) und dem Abwasser so vieler Menschen. Wann werden hier Natur und Mensch kollabieren?

Am letzten Abend in China laden wir Fionna zum gemeinsamen Essen ein. Diesmal gibt es nicht die alltägliche Nudelsuppe oder Reis, sondern wir probieren Dumplinge, gegrillte Auberginen, Pilze und Huhn, lecker, lecker….

Bei der Ausreise ärgern wir uns wieder einmal sehr über die zeitraubende und sinnlose chinesische Bürokratie. Obwohl wir schon am Mittag an der Grenze sind, dürfen wir erst am nächsten Tag gegen Mittag ausreisen. Angeblich brauchen sie diese Zeit, um unsere Papiere zu überprüfen. Diese Bürokratie hat uns jeweils einen ganzen Tag bei der Ein- und Ausreise gekostet.