303.505 km zeigt unser Tachostand am Bus, das heißt seit Deutschland sind wir nun schon 30.000km gefahren …

Zu dritt fahren wir mit unserem Bus über den Mekong auf der Friedensbrücke von Laos nach Thailand. Die Ausreise aus Laos verläuft zügig.

Eingangsportal an der Grenze nach Thailand

Auf thailändischer Seite wird unser Auto kritisch begutachtet, bis wir von einem englisch sprechenden Grenzbeamten darauf hingewiesen werden, dass ausländische Kraftfahrzeuge nur nach einem längerem Genehmigungsverfahren, welches man in Bangkok beantragen muss, einreisen dürfen. Er weist uns auf eine Hinweistafel hin, auf der eine Internetadresse steht, an die wir uns wenden sollen. Ein weiterer Beamter kommt dazu, setzt uns in ein Taxi und wir werden ohne Einreisestempel zur örtlichen Verkehrsbehörde in der nächsten Stadt gefahren. Auch dort bekommen wir gesagt, dass alles in Bangkok entschieden wird und Wohnmobile in Thailand seit 2017 nicht mehr erwünscht sind.

Enttäuscht und niedergeschlagen fahren wir wieder zurück nach Laos. Hier zeigen die Grenzbeamten großes Verständnis und nach einer Stunde werden unsere Ausreisestempel und die Ausführgenehmigung vom Bus gecancelt, so dass wir kein neues Visa beantragen müssen.

Vom Autotraveller zum Backpacker

Wir fahren zurück nach Vientiane in unser Hostel „Backpackers Garden“. Hier fangen wir sofort an zu recherchieren. Leider ist der Link für die thailändische Verkehrsbehörde gesperrt, so dass wir keine weiteren Informationen bekommen. Über das Internet finden wir eine Agentur in Thailand, welche Visa und Autoeinreisen organisiert. Jedoch würde die Beantragung nur von Thailand aus möglich sein und mindestens 10 Werktage dauern. Da wir uns mit Laura und Alex in Chiang Mai (Thailand) treffen wollen, beschließen wir als Backpacker mit dem Linienbus nach Thailand zu reisen und von dort aus die Anträge zu stellen.

In Vientiane mieten wir uns Fahrräder und finden über die App iOverlander eine Autowerkstatt in der unser Bus in der Zeit, wo wir in Thailand sind untergestellt werden kann und eventuell auch repariert wird, denn die Antriebsmanschette aus Luang Prabang muss dringend gemacht gewechselt werden.

 

Nach diesen zwei sehr anstrengenden Tagen des Recherchieren und Umdisponieren gehen wir am Abend zum entspannen in eine kleine Bar mit dem Namen „Easy-Bar“.  Lukas entdeckte diese wunderbare Bar, die von einem Ägypter und seiner laotischen Frau geführt wird. Es gibt wunderbares Essen mit orientalischen Gewürzen und tolle Drinks. Am späten Abend kommt noch ein deutsch-philippinisches Backpackerpaar zu unserer Runde dazu und es wird ein toller Abend.

Am nächsten Tag fahren wir mit einem Nachtbus (Liegesitze) 17 Stunden von Vientiane nach Chiang Mai (ca. 550 km) in den Norden Thailands.

Chiang Mai

Chiang Mai liegt im bergigen Norden Thailands. Bis zum 16. Jahrhundert war sie die Hauptstadt eines unabhängigen Königreiches. In der Altstadt findet man immer noch Mauern und Gräben aus dieser Zeit, es gibt hunderte kunstvoller buddhistischer Tempel, darunter den Wat Phra Singh aus dem 14. Jahrhundert.  Chiang Mai ist die zweitgrößte Stadt Thailands und eine Touristenhochburg.

Bevor wir Laura und Alex treffen erkunden wir in den ersten beiden Tage die Altstadt von Chiang Mai.

     

         

Die Landschaft in und um Chiang Mai ist geprägt durch tropische Regenwälder, Flusslandschaften, Nationalparks und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Das Klima ist tropisch und gerade jetzt in der Regenzeit gibt es kurze schlagartige Regengüsse und gleich darauf wieder stechende Sonne, die Luft ist schwül heiß und die Kleidung klebt förmlich am Körper.

Familyday

Ein ganz besonderer Höhepunkt auf unserer Reise ist das Familientreffen in Chiang Mai. Unsere Vermieterin im Hostel gibt uns den Tipp, dass in der Nähe von unserem Hostel ein deutsches Restaurant von einem Hessen betrieben wird.

 

Unser Hostel „Soisabai Guesthouse“ und die sehr freundlichen und netten Vermieter in Chiang Mai.

Nach einem halben Jahr haben wir uns reichlich zu erzählen und ganz nebenbei genießen wir deutsche Hausmannskost, besonders lecker schmecken dabei Kartoffelbrei, Sauerkraut und Bratwurst. Es wird ein langer Abend und wir planen die gemeinsamen Ausflüge für die nächsten Tage in Thailand.

Laura bringt für Lukas das geliebte „Sterni“ mit 😉

Nationalpark Doi Sothep

Am nächsten Morgen mieten wir uns bei einem der vielen Verleiher 3 Scooter aus.

Damit fahren wir in den nahe gelegenen Nationalpark und besichtigen einen buddhistischen Tempel, der an einem sehr schönen Wasserfall steht.

Wir bestaunen die üppige Natur von hohen Bäumen, dichten Bananenpalmen und riesigen Schlingpflanzen.

Überall gibt es farbenprächtige Blüten zu entdecken, es blühen gerade die Weihnachtssterne 🙂

   

In einem Bergdorf essen wir bei Einheimischen in einer Bambushütte Mittag, natürlich Reis mit Gemüse, auch in Thailand das wichtigste Grundnahrungsmittel. Dazu trinken wir Kaffee aus der hauseigenen Plantage. Kaffee wird hier an vielen Hängen des Regenwaldes angebaut.

 

Im Anschluss fahren wir weiter, plötzlich endet die Asphaltstraße und es geht auf einem schmalen holprigen Weg durch den Regenwald. Der Spaß beginnt, als es anfängt zu regnen. Im Nu bilden sich kleine Rinnsale auf dem rotem Lehm und es wird bergab eine richtige Rutschpartie.

 

 

 

Nach dem Regen legen wir bei herrlichem Sonnenschein eine Badepause an einem See ein. Da für die Thailänder die Regenzeit die Schlechtwetterzeit ist, sind wir die einzigen Badegäste. In Thailand ist von Mai bis Ende Oktober Regenzeit und die Flüsse und Seen sind durch das Regenwasser und den Erdsegmenten rot bis rotbraun gefärbt. Trotzdem gehen wir baden und vergnügen uns im badewannen warmen Wasser.

Nach Chiang Mai können wir erst nach 16.00 Uhr zurückfahren, da die Polizei bis 16.00 Uhr arbeitet und bis dahin vorrangig Ausländer nach thailändischen Führerscheinen kontrolliert. Wir wurden immer wieder vor den korrupten Polizisten gewarnt und kommen ohne Probleme und Geldabzocke gut nach Chiang Mai zurück.

Wasserfall und Botanischer Garten

Die Fahrt mit den bis zu 60 km/h schnellen Scootern hat uns so viel Spaß gemacht, das wir auch am nächsten Tag eine Tour damit unternehmen wollen. Wir fahren zum Mae Sa Waterfall.

Entlang des Wasserfall geht es durch den Regenwald zu verschiedenen Platos und wir finden eine sehr schöne Badestelle. Im Wald sehen wir wieder sehr schöne Blüten, unter anderem auch Orchideen.

   

Weiter geht unsere Tour mit den Scootern bis zum Botanischen Garten auf einem hohen Berg mitten im Regenwald. Der Baumkronenweg durch die ca. 20 m hohen Baumwipfel war ganz besonders beeindruckend. Insbesondere die Blüten der Schlingpflanzen, die bis hoch in die Baumkronen klettern, konnte man von oben gut betrachten und die vielen tropischen Baumbewohner beobachten.

            

Von der vielfältigen Orchideen- und Lotuspflanzenausstellung waren wir begeistert.

Zum Abschluss ging es noch durch den Palmenwald und wir waren ganz erstaunt über die vielen verschiedenen und sehr schönen Arten.

DOI INTHANON

Der Doi Inthanon ist mit 2.565 m der Höchste Berg in Thailand. Er liegt ca. 100 km westlich von Chiang Mai im gleichnamigen Nationalpark und ist unser nächstes Ziel. Diesmal leihen wir uns ein Auto aus. Der Nationalpark wird von unterschiedlichen Bergvölkern bewohnt, die hier Blumen und Gemüse anpflanzen. Früher wurde hier hauptsächlich Opium angebaut.

Auf den letzten 200 m bis zum Gipfel beginnt es zu regnen und die Bergspitze verschwindet in den Wolken. Auf dem Gipfel sind die Bäume dicht mit Moosen und Flechten bewachsen. Eine schöne Aussicht bleibt uns durch den Regen leider verwehrt.

  

Wir fahren wieder etwas bergab und schon scheint die Sonne wieder intensiv und heiß. Wir besichtigen den Vachiratharn Wasserfall und löschen unseren Durst mit Eiskaffee und Mangoshake.

Nach einer tollen gemeinsamen Zeit heißt es nun dennoch Abschied nehmen.

Laura und Alex fliegen zurück nach Deutschland.

Lukas reist weiter in die Hauptstadt von Thailand nach Bangkok, um von dort aus nach Kalkutta in Indien zu fliegen.

Und wir zwei fahren mit dem Bus als Backpacker zurück nach Laos.

 

In Chiang Mai waren wir bei einer Agentur, um unser Auto für Thailand registrieren zu lassen. Da in unseren Fahrzeugschein der Vermerk „Wohnmobil“ steht, ist eine Einreise mit diesem Auto nicht möglich. Nur Jeeps oder … sind erlaubt. Das war für uns eine sehr erschütternde Nachricht, wollten wir doch unser Auto von Bangkok oder Malaysia aus, zurück nach Deutschland verschiffen lassen …

Wir recherchieren weiter und stellen fest, dass auch in Kambodscha und Vietnam eine Einreise mit dem eigenem Auto auf legalem Weg kaum möglich ist.