Jeder Grenzgang ist immer irgendwie anders. Diesmal stehen wir an der Grenze von Kasachstan nach Russland. Nur wenige Autos stehen vor uns und wir hoffen, dass alles schnell gehen wird. Doch weit gefehlt, über eine Stunde tut sich gar nichts. Zum Glück treffen wir in der Warteschlange auf Max, ein Motorradreisenden aus Österreich, der auf dem Weg in die Mongolai ist. Mit ihm tauschen wir uns über die Reiserouten und Erlebnisse aus. Letztendlich haben wir an dem kleinen Grenzübergang 4 Stunden mit Warten zugebracht. Nun haben wir es eilig, denn wir wollen die Stadt Barnaul erreichen, denn wir müssen uns als Touristen unbedingt registrieren lassen. Ohne diesen wichtigen Stempel auf der Registrierungskarte kann man Probleme bei der Ausreise bekommen.

Schon der Zustand der Straßen lässt uns erahnen, dass wir nun in einem reichen Land angekommen sind. Unser Bus rollt und schnurrt und saust über den aalglatten Asphalt, ein Genuss nach vielen 1.000 km Schotter -und Schlaglochpisten. Wir fahren an großen Feldern mit Getreide und Sonnenblumen entlang.

  

Nach langem Suchen in der Stadt finden wir ein Hotel, was uns den benötigen Stempel verpasst. Bei der ungewollten Stadtrundfahrt haben wir die Stadt kennengelernt. Es ist eine Mischung aus schönen alten russischen Holzhäusern und moderner Architektur, durchsetzt von Bauten aus sowjetischen Zeiten. Die Supermärkte sind prall gefüllt mit einer Vielfalt an internationalen Waren, die wir nicht einmal aus deutschen Supermärkten kennen. Überall finden sich aber auch noch die kleinen Magazinlädchen, in denen es von Zeitungen bis Milch alles zu kaufen gibt.

 

Hier spürt man den wirtschaftlichen Unterschied zwischen den ehemaligen Sowjetrepubliken und dem reichen „Mutterland“ Russland. Die nun autonomen Staaten haben spürbar enorme wirtschaftliche Probleme, trotz der vielen vorhandenen Rohstoffe. Die gesamte Infrastruktur, vom Straßenbau bis zur Eisenbahn, alles muss seit der Abtrennung neu aufgebaut werden.

Wir übernachten für wenig Geld in einem typisch russischen Hotel, ausgestattet mit Kronleuchtern, großen Spiegeln, Samt und Seide. Seit langem genießen wir mal wieder den Comfort einer heißen Dusche und eines leckeren Frühstücks mit typisch russischen, ganz leckeren Salaten.

 

Nun fahren wir in das Altai-Gebirge durch das weite Sibierien. Es gibt nur eine Straße die durch den Altai führt und diese endet an der Grenze zu Mongolien. Auf dieser super ausgebauten Straße fahren wir nun über 1000 km durch eine wunderschöne Landschaft. Birkenwälder wechseln sich ab mit Nadel- und Mischwäldern, dazwischen weite saftige Wiesen und kleine Dörfer mit typisch russischen Holzhäusern. In den Gärten werden viele Kartoffeln angebaut, die jetzt erst blühen.

 

Wir fahren entlang von reißenden Gebirgsbächen und über große, breite Flüsse. Wir freuen uns über bunte Blumenwiesen mit blauen, lila und weißen Rittersporn und Sommerastern… Wir beobachten viele Greifvögel und bekommen auch mal einen Adler vor die Linse.

Zwei Tage fahren wir durch das herrliche Altai-Gebirge und genießen dabei jeden Augenblick.

         

Nun stehen wir seit 6 Stunden vor der mongolischen Grenze. Die Ausreise aus Russland  geht nur im Stundentrakt vorwärts und wir rechnen noch mit weiteren Stunden. Hier treffen wir auch Max aus Österreich wieder und können beim Plaudern die Zeit etwas überbrücken. Und wenn wir dann mal in der Mongolei sind, hört ihr Neues von uns:)