Unser Bus braucht eine kleine Generalüberholung, denn das vordere Fahrwerk klappert hörbar und ein Ölwechsel ist auch fällig.

In Almaty (ehemals Alma Ata), der früheren Hauptstadt von Kasachstan finden wir eine kleine Werkstatt. Die Manschetten der Antriebsachsen müssen gewechselt und die Lager neu eingefettet werden. Außerdem hat es bei einem Durchschlag der Räder das rechte Lager des Stabilisator beschädigt. Nach Rücksprache mit unserer Werkstatt in Zedtlitz nehmen wir auch die vordere Federung um 1 cm herunter. Die vielen Schotterpisten haben merklich Spuren hinterlassen.

Die Mechaniker Alexander und Aljoscha sind Brüder und arbeiten sehr gewissenhaft und fleißig fast 4 Stunden am Bus. Dafür zahlen wir gerade mal 35 Euro. Danach rollt und schnurrt der Bus wie am Anfang unserer Reise. Nun hoffen wir, dass der Bus weitere 20.000 km durchhält.

     

Viel Zeit für eine große  Stadtbesichtigung bleibt nicht, aber Almaty macht auf uns einen überraschend modernen Eindruck. Wir sehen viele neue Gebäude, alles macht einen sehr gepflegten und ordentlichen Eindruck. Außer der Christi-Himmelfahrt-Basilika aus der Zarenzeit (das zweitgrößte hölzerne Bauwerk der Welt), hat Alma Ata keine nennenswerten Sehenswürdigkeiten. Wir wollen noch Kleinigkeiten im Supermarkt besorgen. An den Waren, die hier angeboten werden, lässt sich erkennen, dass Kasachstan Handelsbeziehungen mit den westlichen Ländern pflegt. Das Warenangebot ist um ein vielfaches größer und umfangreicher als in den anderen ehemaligen Sowjetstaaten, die wir bisher auf unserer Reise besucht haben. Auch im Iran gab es größtenteils nur einheimische oder russische Produkte.

Wir freuen und über gutes Toilettenpapier und Kosmetika. Nach dem wir wochenlang mit Weiß- und Fladenbrot auskommen mußten, können wir nun unseren Einkaufswagen mit  Knäckebrot 🙂 und einer Art dunklem Brot füllen.

Kasachstan ist übrigens mit einer Fläche von 2,7 Mio. Quadratkilometern das neuntgrößte Land der Erde. Der größte Teil des Landes besteht aus Steppe und Wüste. Auch hier steigen wieder die Temperaturen über die 30 Grad Marke und lassen lassen uns ordentlich schwitzen.

70% der Bevölkerung sind Muslime. Auch in Turkmenistan, Usbekistan und Kirgisistan ist der Islam die vorherrschende Religion. In all den Ländern konnten wir immer wieder viele neu gebaute Moscheen sehen.

Hier in Kasachstan leben auch russisch orthodoxe Christen, sie machen 25% der Bevölkerung aus. Obwohl zu Sowjetzeiten der eigenen Glaube nicht gelebt werden durfte, gibt es heute nur wenige Atheisten.

Bestaunt haben wir auch die Friedhöfe in den GUS-Ländern, die wir in der Form noch in keinem anderen Land gesehen haben. Manche Gräber sehen aus wie kleine Moscheen… andere aus der Ferne wie kleine Dörfer.

Auf unseren langer Weg zur russischen Grenze kommen wir an vielen kleinen Dörfern vorbei, hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Am Straßenrand werden getrockneter Fisch, Käsekugeln, Obst und Gemüse, Eingewecktes, Marmeladen, Honig und mehr viele andere Lebensmittel angeboten. Gurken, Tomaten und Äpfel kaufen wir am liebsten auf dem Lande.

Ab und zu nehmen wir in unserem Auto auch Anhalter aus den Dörfern entlang der Straßen mit. Hier ist es üblich, dass man sich an den Straßenrand stellt, wenn man von A nach B möchte.

Katja, Nadja und Aischa waren besonders gesprächig und aufgeschlossen. Sie beschenkten uns gleich beim Einsteigen mit kasachischen Spezialitäten, deren Namen wir uns aber nicht gemerkt haben. Auf alle Fälle hat’s geschmeckt. Wir sollten auch unbedingt in ihrem Haus schlafen und mit ihnen Essen und Tee trinken….

Wir durften oder mussten ja nun mit einem frisch reparierten Auto 1.000 km durch Kasachstan fahren. Da darf man sich auch mal zu den Straßenverhältnissen äußern. Wir machen das mit einem kleinen Video:

Wir haben für die 1.000 km drei Tage gebraucht und hoffen, dass die Straßen in Russland etwas besser werden.

Auf den letzten hundert Kilometern sehen wir riesige Felder mit Sonnenblumen, die ein völlig anders Bild vermitteln als wir in den letzten Tagen auf der Fahrt durch die Kasachische Steppe erlebt haben.