Durch Turkmenistan reisen wir nur, weil es die kürzeste und direkte Route auf der Seidenstraße ist. Ein Visa für Turkmenistan zu bekommen, ist äußerst schwierig und gleicht einem Lottogewinn. Turkmenistan gehört zu den abgeschottetsten Ländern der Erde. Das Land gehört zu den strengsten und isoliertesten Diktaturen der Welt. Wir bekommen ein Transit-Visa für 5 Tage, das Datum der Ein- und Ausreise wird genau festgelegt, so auch die Reiseroute. Zur Überwachung bekommen wir ein GPS- Gerät ins Auto, damit wir ständig unter Kontrolle sind.

Wir wollen uns nur die Hauptstadt Aschgabat ansehen, wir fühlen uns nicht wohl in einem Land, indem man so überwacht wird.

Nach 80 km erreichen wir die Hauptstadt, ein großer weißer, schlafender Riese aus glänzendweißem Marmor und reichlich goldenen Verzierungen. Wir fahren an prunkvollen, überdimensionalen Regierungsgebäuden, Hotels, Sportpalästen und Statuen vorbei. Doch weit und breit ist kaum ein Mensch zu sehen. Nur wenige Autos (die alle weiß sind und immer geputzt sein müssen, das ist eine Gesetz!) fahren auf den gut ausgebauten Straßen. Auch wir haben vorsorglich unser Auto gewaschen. Die Stadt kommt uns vor wie eine Geisterstadt, völlig surreal.

Nur vor den Universitäten entdecken wir Studentinnen, alle tragen lange rote Kleider, die Studenten blaue Hosen und weiße Hemden.

       

 

Nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion lies der damalige Staatschef und Diktator Saparmyrat Nyyazow die Stadt aus dem Boden stampfen. Seine Vorliebe zur Farbe weiß und den Akal-Teke-Pferden spiegelt sich in der gesamten Stadt wieder. In einem Land, das zu 90% aus Wüste besteht, sprudeln hier in der Hauptstadt an jeder Ecke überdimensionale Springbrunnen. Hier in der Stadt werden ständig die Straßen poliert, das Unkraut in den Grünanlagen und an den Straßenrändern gezupft, auch bei sengender Hitze von über 40 Grad.

Am Nachmittag haben wir genug gesehen von der leeren Geisterstadt, kaufen Brot, Butter, Käse und gekühltes Wasser für umgerechnet 17 Euro! und sehen nun auch mal mehrere Menschen im Supermarkt.

Wir fahren dann zügig in Richtung Türkmenabat, es liegen 500 km Strecke durch heiße Wüste vor uns.

Auf dem Land sehen wir nun viele Turkmenen. Die Frauen tragen lange farbenfrohe Kleider und hochgesteckte turbanartige Kopftücher.

In der Nähe von Flüssen und Kanälen werden hauptsächlich Baumwolle, Getreide sowie Obst und Gemüse angebaut. Die letzten 200 km fahren wir nur noch durch Wüste.