Unsere Einreise in das erste nicht EU-Land verlief nicht ganz komplikationslos.  Langes Warten und eine nicht zu durchschauende Bürokratie prägten den ersten Eindruck von der Ukraine. Allein drei Stunden warten bei Einreise, mehrfache Kontrollen der Reisepässe und die Registrierung des Fahrzeugs nahmen enorm viel Zeit in Anspruch.

Mit Einbruch der Dämmerung fanden wir noch einen sehr schönen, einsamen Übernachtungsplatz in einem National Park. Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Lviv (Lemberg) – eine Stadt mit einer großen historischer Geschichte und heute UNESCO – Weltkulturstadt. Eine Stadt im geografischen Zentrum Europas, aber gleichzeitig an einer Kreuzung von Kulturen und Religionen, von Handelswegen und Wegen von Nomaden und Eroberer seit dem 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Lemberg war Sitz von vier Religionen, der Orthodoxen und Armenischen Bistümer und der Römisch-Katholischen Metropole sowie den galizischen Juden.

 

Die gesamte Innenstadt ist mit robusten Kopfsteinpflasterstraßen durchzogen, Straßenbahnen und Oberleitungsbusse mit Schauwert. Die öffentlichen Verkehrsmittel spielen eine zentrale Rolle im Leben dieser Stadt, große und kleine Busse und vielleicht über 50 Jahre alte Straßenbahnen verbinden diese Stadt. Besonders beeindruckt haben uns die vielfältigen Stadthäuser, unter anderem sehr schöne Jugendstil Gebäude.

Unsere weitere Route führt uns quer durch die Ukraine nach Odessa ans Schwarze Meer. Unsere Fahrt nach Odessa verläuft gezwungener Maßen in Entschleunigung, denn die moraden Straßen sind zum überwiegenden Teil Waschbretter mit Schlaglöchern und mit stellenweise bis zu 20 cm tiefen Spurrinnen.

Video

In den Dörfern wird an den Straßenrändern Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch und frische Milch angeboten. Am Abend werden die Kühe von der Wiese durch das Dorf getrieben, jedes Tier findet den eigenen Hof und Stall. Das heißt für die Autofahrer warten oder im vorsichtigen Slalom um die Tiere herum zu fahren.

   

Bei einem Abstecher auf einem Wochenmarkt kaufen wir Eier und Gemüse und stocken so unsere Vorräte auf. Auf diesem Wochenmarkt wird alles angeboten, von Hühnerkücken bis Teppichen – alles was man braucht.

Die Landschaft entlang der Straßen ist von weiten Kornfeldern und kleinen Dörfern geprägt.

Zwischen zwei Dörfern an der Schwarzmeerküste, ungefähr 30 min von Odessa entfernt,  finden wir an der Steilküste einen schönen Stellplatz mit Blick zum Meer. Da gerade noch Vorsaison ist, sind die Strände leer. Morgen werden wir uns Odessa anschauen. Danach führt uns unsere Reiseroute immer am schwarzen Meer entlang zum Donaudelta nach Rumänien.

icon-car.pngFullscreen-Logo
Odessa

Karte wird geladen - bitte warten...

Odessa 46.528384, 30.788236

Odessa

Odessa ist mit 200 Jahren die jüngste Stadt am Schwarzen Meer im Südosten der Ukraine. Mit über einer Million Einwohnern ist diese Hafenstadt eine bedeutende kulturelle und wirtschaftliche Metropole. Beeindruckt waren wir durch die vielfältigen und imposanten Bauten aus dem 19. Jahrhundert, unter anderem das Opernhaus oder die Potemkinsche Treppe.

Bedingt durch ihre Lage ist Odessa auch ein Schmelztiegel der Religionen gewesen. Unzählige Kirchen und Synagogen gehörten zum Stadtbild. Wir wollten eine besondere Synagoge aus dem Jahr 1870 besichtigen, leider sind die Sehenswürdigkeiten in der Stadt nicht  ausgeschildert. Als wir nach längerem Suchen endlich das Gebäude gefunden hatten, mussten wir feststellen, dass die ehemalige Synagoge heute als Polizeiarchiv genutzt wird.

In der Mittagszeit brachen wir in Richtung ukrainisch-moldawische Grenze auf. Google-Maps berechnete für eine Wegstrecke von 300 km ca. 6 Stunden Fahrzeit. Wir ahnten noch nicht, was uns erwartete. Was bis Odessa noch Asphaltstrassen mit Löchern waren, verwandelte sich dann in staubige Feldwege, die neben der eigentlichen Straße entlang führten, weil diese nicht mehr befahrbar war.

Hier eine kleine Verkehrsnachricht 🙂

Nochmals bekamen wir einen Einblick in das einfache dörfliche Leben in der Ukraine. Niedrige Lehmhäuser, mit Hühnerhof, einer Kuh, Pferd und Ziegen vor der Hoftür prägten das Bild.

 

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fanden wir, ermüdet von der Waschbrettpiste, einen schönen Übernachtungsplatz im Donau-Delta auf der ukrainischen Seite, kurz vor der moldawischen Grenze.

Am frühen Morgen erreichten wir die ukrainisch-moldawische Grenze. Obwohl außer uns nur noch wenige ukrainische und rumänische Reisende den Grenzübergang passieren wollten, dauerte die ganze Prozedur 3 Stunden. Auf  einem Kilometer passierten wir die Grenzen von Ukraine nach Moldawien und Rumänien. Unser Auto wurde ausgiebig von allen Zöllnern aus den jeweiligen Ländern nacheinander kontrolliert, alle Schränke und Kisten auch auf dem Dachträger inspiziert und abgeklopft, obgleich wir kaum ein paar Meter gerollt sind.